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So funktioniert einfache Sprache

Grundprinzipien: Satzlänge, Wortwahl, aktive Sprache

 

Verständliche Sprache beginnt mit den richtigen Sprachbausteinen. Die Grundlage für Einfache Sprache bilden drei zentrale Prinzipien:

 

 

1. Kurze Sätze

  • Maximal ein Gedanke pro Satz

  • Nebensätze vermeiden

  • Orientierung: 10–15 Wörter pro Satz

 

Beispiel:
❌ „Um eine Rückerstattung gemäß den allgemeinen Geschäftsbedingungen zu beantragen, ist eine vorherige Registrierung erforderlich.“

✅ „Wenn du Geld zurückwillst, musst du dich zuerst registrieren.“

 

 

 

2. Einfache Wortwahl

  • Alltagswörter statt Fachbegriffe

  • Abstraktes konkret machen

  • Fremdwörter vermeiden oder erklären

 

Beispiel:
❌ „Interoperabilität“

✅ „Zusammenarbeit mit anderen Systemen“

 

 

 

3. Aktive Sprache

  • Subjekte handeln, nicht Prozesse

  • Vermeide Passiv und Nominalstil

  • Aktiv fördert Klarheit & Nähe

 

Beispiel:
❌ „Die Anmeldung wird durch den Nutzer vorgenommen.“

✅ „Du meldest dich an.“

 

 

 

4. Keine Fachbegriffe (ohne Erklärung)

Fachwörter, Abkürzungen oder branchenspezifische Begriffe sind eine häufige Barriere – vor allem für Leser:innen ohne Vorwissen.

Regel: Verwende keine Fachsprache, außer sie ist unvermeidbar – und erklärbar.

 

Beispiel:
❌ „Die Stornierung muss fristgerecht erfolgen.“

✅ „Du kannst deinen Termin rechtzeitig absagen.“

 

 

 

5. Sprachniveau B1–B2

Einfache Sprache orientiert sich an einem mittleren Sprachlevel, etwa:

  • B1: Alltagssprache mit klarer Struktur

  • B2: bei komplexeren Themen, aber mit verständlichen Formulierungen

 

💡 Tipp: Wenn du möchtest, dass möglichst viele Leser:innen deinen Text verstehen – auch Menschen mit Deutsch als Zweitsprache – solltest du das Niveau nicht über B2 hinaus anheben.

DIN ISO 24495-1 & DIN 8581-1 als Orientierung

 

Zusätzlich zu den Gesetzen, gibt es DIN-Normen, die vorgeben, was genau Einfache Sprache ist und woran man sich orientieren kann.

 

 

Warum DIN-Normen?

Weil das BFSG unklar formuliert ist („in verständlicher Weise“), bieten die DIN-Normen eine konkrete Orientierung – sie sind die beste Grundlage für Rechtssicherheit und Qualität.

 

 

 

1. DIN ISO 24495-1

Diese internationale Norm beschreibt, wie verständliche Sprache gestaltet sein muss – mit Fokus auf:

  • Satzstruktur

  • Wortwahl

  • Textlogik und Layout

  • Leserführung

Sie ist branchenübergreifend einsetzbar – ideal für Marketing, UX, Websites.
Du findest sie 👉🏼 hier.

 

 

 

2. DIN 8581-1

Diese Norm ergänzt die ISO 24495-1 mit einem deutschen Fokus:

  • Definition „Barrierefreie Kommunikation“

  • Anwendungshinweise für Behörden, Unternehmen & Entwickler

  • Verbindlichkeit im Kontext des BFSG

Du findest sie 👉🏼 hier.

 

 

💡 Tipp: Wer seine Texte an diesen Normen ausrichtet, ist auf der sicheren Seite – auch juristisch.

Typische Fehler vermeiden

 

Auch gut gemeinte Texte können unverständlich sein. Hier sind die häufigsten Stolperfallen:

 

 

1. Zu viele Informationen auf einmal

 

❌ „Bei Nichteinhaltung der oben genannten Punkte behalten wir uns rechtliche Schritte bis zur vollständigen Sperrung des Accounts vor.“

✅ Lieber aufteilen: „Wenn du gegen die Regeln verstößt, kann dein Account gesperrt werden. Wir behalten uns rechtliche Schritte vor.“

 

 

2. Nominalstil

 

❌ „Nach Rücksprache mit der Geschäftsführung erfolgt die Beauftragung der Umsetzung.“

✅ „Die Geschäftsführung hat zugestimmt. Jetzt starten wir.“

 

 

3. Passivformulierungen

 

❌ „Die Zahlung wurde durchgeführt.“

✅ „Wir haben deine Zahlung erhalten.“

 

 

4. Fach- und Bürokratensprache

 

❌ „Die Leistungserbringung erfolgt unter Berücksichtigung der geltenden Vorschriften.“

✅ „Wir halten uns an die Regeln, wenn wir für dich arbeiten.“

 

 

Lösungen:

  • Teste deine Texte mit echten Nutzer:innen

  • Nutze Tools wie neuroflash, um Texte in Einfache Sprache umzuwandeln

  • Entwickle interne Sprach-Guidelines

Strafen bei Nicht-Befolgung

 

Wir haben dir bereits erklärt, dass Einfache Sprache ab dem 28. Juni 2025 Pflicht wird. Das bedeutet, ab dann kann es auch zu Strafen kommen, falls du dich nicht an die Vorgaben hältst.

Das BFSG (Barrierefreiheitsstärkungsgesetz) sieht nicht nur Pflichten vor – sondern auch Konsequenzen.

 

Fazit

Rechtzeitig handeln heißt nicht nur Strafen vermeiden – sondern auch:

  • Vertrauen aufbauen

  • breitere Zielgruppen erreichen

  • Marke zukunftssicher machen

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