Abgrenzung und Vergleichstabelle mit Beispielen
Wenn du dich mit verständlicher Sprache beschäftigst, begegnen dir viele Begriffe:
„Einfache Sprache“, „Leichte Sprache“, „Klartext“, „Plain Language“, „Standardsprache“…
Was davon brauchst du?
Was meint das Gesetz?
Und wo ist der Unterschied?
In dieser Lektion bekommst du einen klaren Überblick – inklusive praktischer Beispiele.

Noch mehr Beispiele findest du in dieser Tabelle ⤵️
Was bedeutet das für dich?
Für die Umsetzung der Barrierefreiheit nach EAA/BFSG ist Einfache Sprache entscheidend – nicht Leichte Sprache.
Das heißt:
✅ Du brauchst keine 100 %-Regeln (wie bei Leichter Sprache)
✅ Aber du musst deine Texte klar, zugänglich und gut verständlich formulieren
✅ Leichte Sprache kann eine zusätzliche Option sein – z. B. für Sozialträger oder Behörden
Details: Unterschiede in Zielgruppe & Anwendung
Nicht jede Sprache passt zu jedem Zweck
Du hast gelernt, dass es Leichte Sprache, Einfache Sprache, Klartext und Standardsprache gibt.
Jetzt schauen wir genauer: Wer braucht was – und wann?
Denn: Die Wahl des passenden Sprachstils entscheidet über Verständlichkeit, Wirkung und Zielerreichung.
Eine Fachanwältin braucht etwas anderes als eine Erstnutzerin mit Leseschwierigkeiten.
Ein Versicherungsschreiben hat andere Anforderungen als ein Werbetext.
Wie du den richtigen Stil auswählst
🔍 Frag dich:
Was weiß mein Publikum bereits – und was nicht?
Wie schnell muss es Informationen erfassen?
Wie viel Vertrauen soll aufgebaut werden?
Wie wichtig ist rechtliche oder fachliche Präzision?
✨ Faustregel: Je diverser oder weniger geschult dein Publikum, desto einfacher sollte die Sprache sein.
Kombinieren erlaubt!
Manchmal brauchst du mehrere Ebenen:
💡 Beispiel 1: Versicherungsseite
AGB = formale Sprache (aber optimiert)
Produktbeschreibung = Einfache Sprache
Startseite = Klartext
💡 Beispiel 2: Behördenschreiben
Haupttext in Einfacher Sprache
Zusatzseite in Leichter Sprache
Fachanhang in Standardsprache
Du kannst mit Tool-Tipps, Zusatztexten oder Sprachumschaltern verschiedene Gruppen gleichzeitig abholen.
Praxis-Tipp: So triffst du die richtige Entscheidung
Stell dir bei jedem Text folgende Fragen:
Wer liest das?
Welche Hürden könnte es geben (z. B. Sprache, Stress, Vorwissen)?
Was ist das Ziel des Textes?
Dann entscheidest du:
➡️ Reicht Einfache Sprache?
➡️ Braucht es Klartext?
➡️ Oder sogar Leichte Sprache?
💡 Tipp: Für Websites, Shops und Produkttexte reicht Einfache Sprache mit klarer Struktur in der Regel völlig aus – vor allem, wenn du sie mit Tools wie neuroflash entwickelst.
Übung: Satz einem Sprachstil zuordnen
Aufgabe:
Ordne jedem Satz den passenden Sprachstil zu.
