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Rechtliche Grundlagen von Einfacher Sprache

Was ist einfache Sprache?

 

🔁 Das Wichtigste in Kürze:

 

Einfache Sprache hilft vielen Menschen, Texte besser zu verstehen.
Sie benutzt kurze Sätze, einfache Wörter und keine Fachsprache.

Einfache Sprache bedeutet nicht: kindlich oder banal.
Sie bedeutet: klar, verständlich und zugänglich – für möglichst viele Menschen.

Einfache Sprache ist eine Form, sich besonders verständlich auszudrücken.


ℹ️ Da es sich bei dem Begriff „Einfache Sprache” um einen Eigennamen handelt, wird dieser auch in unserem Kurs großgeschrieben. Dies macht kenntlich, dass die “Einfache Sprache” ganz bestimmten Regeln folgt. (Die Grundlage bieten DIN 8581-1 und DIN ISO 24495-1.)

 

 

 

Texte in Einfacher Sprache…

  • verwenden kurze, klare Sätze,

  • vermeiden Fachbegriffe oder erklären sie,

  • strukturieren Informationen sinnvoll,

  • verzichten auf unnötige Nebensätze, Fremdwörter oder Abkürzungen.

Es geht darum, dass ein Text gut verstanden wird – egal, ob jemand die Sprache nicht gut versteht oder nicht gut lesen kann.

 

 

 

Wie klingt das in der Praxis?

Zwei Beispiele, wie Einfache Sprache wirken kann:

Standardtext:
„Bitte beachten Sie, dass eine nachträgliche Änderung der Bestellung nicht mehr möglich ist.“

Einfache Sprache:
„Du kannst deine Bestellung nachträglich nicht mehr ändern.“

Standardtext:
„Zur Inanspruchnahme dieses Services ist eine vorherige Registrierung erforderlich.“

Einfache Sprache:
„Du musst dich vorher registrieren, um den Service zu nutzen.“

Das Ziel: Weniger Denkaufwand, mehr Klarheit.

 

 

 

Ist das dasselbe wie Leichte Sprache?


Nein.
Leichte Sprache ist noch stärker vereinfacht – mit sehr klaren Regeln, kurzen Wörtern und festen Satzmustern. Sie richtet sich vor allem an Menschen mit kognitiven Einschränkungen.

Einfache Sprache ist flexibler. Sie folgt klaren Prinzipien, aber bleibt näher an der Alltagssprache.
Wir werden die Unterschiede in Modul 3 noch ausführlich behandeln.

 

Rechtliche Hintergründe – BFSG und EAA

 

1. Warum du dich jetzt mit Barrierefreiheit befassen musst


Am 28. Juni 2025
tritt eine gesetzliche Neuregelung in Kraft, die viele digitale Angebote betrifft – darunter auch Texte auf Websites, in Apps und Online-Shops.
Die Grundlage dafür bilden zwei gesetzliche Rahmenwerke:

  • das BFSG – Barrierefreiheitsstärkungsgesetz (Deutschland)

  • der EAA – European Accessibility Act (EU-Richtlinie 2019/882)

Beide greifen ineinander und schreiben verbindlich vor, dass digitale Produkte und Dienstleistungen barrierefrei sein müssen – das gilt auch für die sprachliche Verständlichkeit.


⚠️ Achtung: Das hört sich abstrakt an, betrifft aber viele Leute, die irgendwo im Internet Texte veröffentlicht haben, z.B. Websites. Das heißt, auch du kannst davon betroffen sein!

 

 

2. Was steckt in den Gesetzen?

 

👩🏼‍⚖️ BFSG (Deutschland)

Das Barrierefreiheitsstärkungsgesetz (BFSG) ist das nationale Gesetz, das den EAA in deutsches Recht übersetzt. Es regelt, was Barrierefreiheit im digitalen Raum konkret bedeutet, und für welche Anbieter sie gilt.

Kernbotschaft:

Digitale Inhalte müssen wahrnehmbar, bedienbar, verständlich und robust gestaltet sein – für alle Nutzer:innen.

Als technischer Maßstab gelten die internationalen Richtlinien der WCAG 2.1 (Level AA).
Neu und entscheidend: Verständliche Sprache wird ausdrücklich als Teil der Barrierefreiheit definiert.

👉🏼 Hier gelangst du zum Gesetz.

 

 

👩🏼‍⚖️ EAA (European Accessibility Act)

Der European Accessibility Act (EAA) ist die Grundlage auf EU-Ebene.
Er wurde 2019 beschlossen und gilt ab Juni 2025 verbindlich für alle Mitgliedsstaaten.

Ziel: Einheitliche Standards für Barrierefreiheit in der EU schaffen – damit Nutzer:innen grenzüberschreitend auf digitale Angebote zugreifen können, ohne auf Barrieren zu stoßen.

👉🏼 Hier gelangst du zum Gesetz.

 

 

3. Wer ist betroffen?

Du bist betroffen, wenn du z. B. folgende Produkte oder Dienstleistungen anbietest:

📌 Ausnahme: Unternehmen mit weniger als 10 Mitarbeitenden UND weniger als 2 Millionen Euro Jahresumsatz (Kleinstunternehmen) – aber auch sie profitieren von verständlicher Sprache (z. B. durch bessere Usability & SEO).

 

 

 

4. Was ist jetzt Pflicht?

Die digitalen Angebote müssen:

wahrnehmbar sein (z. B. lesbar, skalierbar, screenreader-kompatibel)
bedienbar sein (auch ohne Maus nutzbar, klare Navigation)
verständlich sein – sprachlich & strukturell
robust sein (technisch stabil, zukunftssicher)

🟡 Die sprachliche Verständlichkeit ist ein Pflichtbestandteil – laut Gesetz müssen Informationen so formuliert sein, dass sie leicht erfassbar und klar verständlich sind (mehr dazu in späteren Modulen).

 

 

5. Ab wann gilt das?

 

 

 

6. Was passiert bei Verstößen?

Wer sich nicht an die Vorgaben hält, riskiert:

🚨 Geldbußen – sie müssen laut Gesetz „wirksam, verhältnismäßig und abschreckend“ sein
⚠️ Abmahnungen & Imageschäden – vor allem bei Verbraucherschutz- oder Behindertenverbänden
🚫 Ausschluss von öffentlichen Aufträgen – wenn keine Barrierefreiheit nachgewiesen werden kann

📌 Die Details zu Strafen & Kontrollen regeln die Landesbehörden, z. B. Sozialministerien oder Landesämter. Wichtig ist: Warte nicht ab – handle jetzt.

 

 

7. Gute Quellen für aktuelle Infos

 
 

Business – Klartext: Warum ist das relevant?

 

Verständlichkeit ist kein Trend. Sie ist ein Muss.

Wer heute kommuniziert, kämpft um Aufmerksamkeit. Wer morgen kommuniziert, muss auch verständlich sein – gesetzlich, gesellschaftlich und wirtschaftlich.

Einfache Sprache ist deshalb nicht nur „nett zu haben“.
Sie ist eine Antwort auf zwei fundamentale Entwicklungen und betrifft sehr viele Unternehmen.

 

 

 

1. Warum es aus Business-Sicht entscheidend ist


✅ Vertrauen ist die neue Währung

In einem überladenen Informationsmarkt entscheiden:

  • Klarheit über Klicks

  • Verständlichkeit über Vertrauen

  • Transparenz über Conversion

Kunden kaufen nur, was sie verstehen.

Verständliche Sprache erhöht:

  • 📈 Conversion-Rates (z. B. bei Formularen, CTAs, Angebotsseiten)

  • 💬 Zufriedenheit & Bindung (z. B. bei Produkttexten, FAQs)

  • 🎯 Wirksamkeit von Kampagnen (z. B. durch klare Botschaften)

Und senkt:

  • 🧾 Support-Kosten

  • 😓 Rückfragen & Beschwerden

  • 💸 Kosten durch Abbrüche oder Missverständnisse

 

✅ Verständlichkeit ist Effizienz

Einfache Sprache reduziert:

  • Reibung zwischen Abteilungen (z. B. bei Briefings)

  • Zeitaufwand bei der Erstellung & Prüfung von Texten

  • den Bedarf an Nacharbeit

 

💡 Wenn du’s einfach sagen kannst, hast du’s wirklich verstanden – und kannst effizienter handeln. (In Anlehnung an das Zitat von Albert Einstein „Wenn du es nicht einfach erklären kannst, hast du es nicht gut genug verstanden”)

 

 

🧑‍⚖️ Rechtlicher Rahmen

Einfache Sprache ist Pflicht für viele Unternehmen. Daher MUSS man sich spätestens jetzt damit beschäftigen.

 

 

 

2. Warum es gesellschaftlich relevant ist

🌍 Inklusion beginnt mit Sprache

Viele Menschen in Deutschland profitieren von Einfacher Sprache – weil sie:

  • 🧠 kognitiv eingeschränkt sind

  • 📖 nicht gut lesen

  • 🌍 Deutsch als Fremdsprache sprechen

  • 📱 unter Zeitdruck oder in Stresssituationen kommunizieren

Einfache Sprache ist:

  • ein Mittel gegen Ausgrenzung

  • ein Beitrag zu echter Teilhabe

  • ein Brückenbauer zwischen Unternehmen & Gesellschaft

💬 Sprache kann verbinden – oder ausschließen. Du entscheidest.

 

 

 

Pflicht & Haltung

Ab 2025 wird Verständlichkeit gesetzlich vorgeschrieben (Stichwort: BFSG & EAA).
Aber auch unabhängig vom Gesetz gilt:

Verständlich zu sein, ist ein Zeichen von Respekt, Kundenzentrierung und Zukunftsfähigkeit.

Wer seine Sprache vereinfacht, kommuniziert nicht „einfacher“. Sondern: klarer, besser, relevanter.

 

 

Quiz: Finde heraus, ob du von dem Gesetz betroffen bist

Du hast jetzt die Grundlagen von Einfacher Sprache verstanden, aber weißt noch nicht,
ob du davon betroffen bist?

 

Dann mache unser Quiz:

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